Gewerbeanmeldung

Darauf sollten Kleinunternehmer bei der Gewerbeanmeldung achten2 min Lesezeit

Angehende Kleinunternehmer müssen nach der Gewerbeanmeldung den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für das Finanzamt ausfüllen. Sie können die Vorteile für Kleinunternehmer nur dann auskosten, wenn sie die gesetzlichen Umsatzgrenzen nicht überschreiten und die Kleinunternehmerregelung beantragen.

6. Mai 2019 2 min Lesezeit

Darauf sollten Kleinunternehmer bei der Gewerbeanmeldung achten2 min Lesezeit

Kleinunternehmer, die ein Gewerbe anmelden, entscheiden mit einem Kreuz im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, ob sie die Kleinunternehmerregelung beantragen oder nicht. Wenn sie ihren voraussichtlichen Gesamtumsatz auf nicht mehr als 17.500 Euro schätzen, können sie von den Vorteilen für Kleinunternehmer profitieren und die Regelbesteuerung nach dem Umsatzsteuergesetz ausschließen.

Umsatzgrenze für Kleinunternehmer beachten

Aus steuerrechtlicher Sicht sind Gewerbetreibende dann Kleinunternehmer, wenn der Gesamtumsatz (!) im Jahr der Gewerbegründung voraussichtlich nicht mehr als 17.500 Euro beträgt. Die 17.500-Euro-Grenze betrifft ein ganzes Kalenderjahr. Das bedeutet: Wer mit seiner gewerblichen Tätigkeit nicht zum Jahresbeginn, sondern zu einem anderen Zeitpunkt startet, muss den prognostizierten Umsatz auf ein ganzes Jahr (zwölf Monate) hochrechnen.

Beispiel: Herr Müller meldet sein Kleingewerbe zum 1. August. Für die Monate von August bis Dezember plant er einen Umsatz von 10.500 Euro und liegt somit vermeintlich unter der Kleinunternehmergrenze. Rechnet er allerdings den Umsatz auf ein ganzes Geschäftsjahr hoch, ergibt sich ein anderes Bild: 10.500 Euro : 5 Monate (August – Dezember) x 12 Monate (Januar – Dezember) = 25.200 Euro

Kleinunternehmerregelung im steuerlichen Erfassungsbogen berücksichtigen

Angehende Kleinunternehmer müssen auf die Kleinunternehmerregelung achten, wenn sie den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen. Diese Angaben finden sich in Punkt 7.3 des Erfassungsbogens. Demnach können zukünftige Kleinunternehmer selbst entscheiden, ob sie die Kleinunternehmerregelung nach § 19 Absatz 1 UStG beanspruchen (Option 1) oder darauf verzichten (Option 2).

Tipp: Das Formular „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ ist auf dem Existenzgründerportal des BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft) abrufbar:

Option 1: Kleinunternehmerregelung nutzen

Wird der Gesamtumsatz des Kalenderjahres die 17.500 Euro-Grenze wahrscheinlich nicht übersteigen und möchte der Gewerbetreibende die Kleinunternehmerregelung nach § 19 Absatz 1 UStG nutzen, setzt er sein Kreuz direkt unter der Überschrift „7.3 Kleinunternehmerregelung“ in das „Feld 134“. Dies bedeutet, dass der Kleinunternehmer

  • in den Rechnungen keine Umsatzsteuer anführt
  • keine Umsatzsteuerzahlungen an das Finanzamt leistet
  • keine monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldung übermittelt
  • keinen Vorsteuerabzug geltend machen kann
  • eine vereinfachte Buchführung nutzen darf (Einnahmen-Überschuss-Rechnung)

Merke: Selbstständige können von der Kleinunternehmerregelung jederzeit in die allgemeine Besteuerung nach dem Umsatzsteuergesetz wechseln. Dies geschieht mit einem formlosen Schreiben an das Finanzamt.

Option 2: Auf die Kleinunternehmerregelung verzichten

Wer die Kleinunternehmerregelung nicht beantragen möchte, obwohl sein Gesamtumsatz pro Kalenderjahr die 17.500-Euro-Grenze wahrscheinlich nicht übertreffen wird, kreuzt das „Feld 135“ an. Dies bedeutet, dass der Unternehmensgründer auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet und diesen Verpflichtungen nachkommen muss:

  • monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen an das Finanzamt erstellen
  • Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen
  • Umsatzsteuer in den Rechnungen ausweisen

Merke: Ein Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung gilt mindestens für die nächsten fünf Jahre. Demnach ist der Gewerbetreibende in den Folgejahren an die Regelbesteuerung gebunden (§ 19 Absatz 2 UStG) und kann nicht die Vorteile des Kleinunternehmers genießen. Ein vorzeitiger Wechsel in die Kleinunternehmerregelung vor dem Ablauf der 5-Jahres-Frist ist nicht möglich.

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Freiberufler, selbstständiger Unternehmer und bereits seit über zehn Jahren erfolgreich selbstständig.