Gewerbeanmeldung

Fachkundenachweis als Voraussetzung für die Erlaubnis zur Gewerbeausübung3 min Lesezeit

Der Begriff Fachkundenachweis ist nicht eindeutig gesetzlich geregelt. Den Fachkundenachweis gibt es im Zusammenhang mit Berufen und Branchen. Er kann je nach Region unterschiedlich ausfallen. Der Fachkundenachweis legt die beruflichen Anforderungen fest, die ein Betroffener erfüllen muss, um den jeweiligen Beruf ausüben zu dürfen. Diese Voraussetzungen müssen oftmals in Form von Zertifikaten nachgewiesen werden.

11. Mai 2019 2 min Lesezeit

Fachkundenachweis als Voraussetzung für die Erlaubnis zur Gewerbeausübung3 min Lesezeit

Fachkundenachweis und Gewerbeanmeldung

Bei bestimmten Gewerbearten erteilt die Gewerbebehörde nur dann die Erlaubnis zur Ausübung der Tätigkeit, wenn der Betroffene seine Fachkunde belegen kann. In welcher Form und in welchen Fällen ein Fachkundenachweis bei der Gewerbeanmeldung zu erbringen ist, variiert je nach Region.

Merke: Im Idealfall informiert sich ein angehender Unternehmer bereits einige Zeit vor der Gewerbeanzeige, ob er für sein angestrebtes Gewerbe einen Fachkundenachweis erbringen muss. Andernfalls kann sich der Start der gewerblichen Tätigkeit verzögern oder das Vorhaben gänzlich scheitern, weil die Voraussetzungen fehlen.

IHK und HWK als Kontaktstellen

Wenn es um die Voraussetzungen für die Ausübung eines Berufs oder eines Gewerbes geht, sind die Industrie- und Handelskammern bzw. die Handwerkskammern die richtigen Kontaktstellen. Die zuständigen Mitarbeiter wissen, welche Anforderungen für die jeweiligen Berufsgruppen und Gewerbearten gelten.

  • Auskünfte, wann ein Fachkundenachweis nötig ist: Gewerbetreibende können sich bei der IHK oder HWK informieren, ob sie für die jeweiligen Tätigkeiten einen Fachkundenachweis benötigen und wie sie ein solches Zertifikat erlangen können.
  • Ausstellung von Fachkundenachweisen: Die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern bieten oftmals auch Kurse an und führen Unterweisungen durch, ehe sie den Teilnehmern einen Fachkundenachweis ausstellen.

Fachkundenachweis: Kurse, Prüfungen und Seminare

Der Fachkundenachweis für die Ausübung eines bestimmten Berufes kann unterschiedliche Formen annehmen:

  • Präsenz- oder Online-Kurse (Zertifikatskurse)
  • Unterweisungen mit Prüfung
  • Praxisseminare mit Prüfung

Je nach Beruf und Einzelfall kann die Behörde auch bereits absolvierte Prüfungen und erworbene Zertifikate als Grundlage für den Fachkundenachweis anerkennen.

Merke: Wer einen Fachkundenachweis erbringt, verfügt über die Befähigung, eine bestimmte Berufstätigkeit auszuüben. Diese Fachkunde können Betroffene erlangen, indem sie eine Berufsausbildung absolvieren, Praxiserfahrungen sammeln und Weiterbildungskurse besuchen.

Beispiele für Gewerbe, die eine Fachkundeprüfung vorsehen

Für einige Gewerbe gibt es nur dann eine Erlaubnis, wenn der Betroffene seine Fachkunde nachweist. Bei diesen Gewerbearten ist eine IHK-Fachkundeprüfung vorgeschrieben

  • Güterkraftverkehr
  • Straßenpersonenverkehr für Mietwagen, Taxi und Omnibus
  • Verkauf von Schusswaffen und Munition

Gewerbe, die einen Sachkundenachweis erofrdern

Außerdem gibt es Gewerbezweige, für die ein Sachkundenachweis vorlegen zu ist, um die behördliche Erlaubnis zu erlangen. In diesen Fällen überprüft die Behörde, ob die gegenwärtige Qualifikation des Betroffenen für die Ausübung des jeweiligen Gewerbes anerkannt ist.

  • Delegation des Sachkundenachweises auf einen Beschäftigten
    Verfügt ein Gewerbetreibender nicht selbst über diesen Sachkundenachweis, kann er denselben an eine Person delegieren, die bei ihm beschäftigt ist und die Aufsicht übernimmt.
    Hierfür füllt der Betroffene das Formular „Nachweis vertretungsberechtigter Aufsichtspersonen nach § 34d Abs. 5 Satz 4 der Gewerbeordnung (GewO)“ aus und führt darin jene Person an, die den benötigten Sachkundenachweis besitzt.
  • Sachkundeprüfung ablegen
    Reicht die vorhandene Sachkunde für die Gewerbeausübung nicht aus, kann der Betroffene einen Sachkundelehrgang absolvieren, eine Prüfung ablegen und als Zertifikat einen Sachkundenachweis erhalten. Dies betrifft insbesondere diese die Gewerbearten Versicherungskaufmann, Finanzanlagenfachmann und Immobiliardarlehensfachmann.

Für Sachkundeprüfungen sind die Industrie- und Handelskammern die richtigen Anlaufstellen. Diese Prüfungen können bei einer selbst gewählten IHK absolviert werden.

Bildnachweis: Kittiphan / stock.adobe.com

Freiberufler, selbstständiger Unternehmer und bereits seit über zehn Jahren erfolgreich selbstständig.