Gewerbeanmeldung

Formular „Gewerbeanmeldung“: So füllen Sie es richtig aus4 min Lesezeit

Angehende Gewerbetreibende müssen das Formular zur Gewerbeanmeldung ausfüllen. Auf diesem Formular gibt es links oben ein Feld für den Namen der zuständigen Gemeinde (zum Beispiel Freie und Hansestadt Hamburg). Rechts davon findet die Gemeindekennzahl für den Sitz der Betriebsstätte Platz.

14. Mai 2019 3 min Lesezeit

Formular „Gewerbeanmeldung“: So füllen Sie es richtig aus4 min Lesezeit

Merke: Wird der Gewerbebetrieb als Personengesellschaft geführt, muss jeder Gesellschafter mit Geschäftsführungsbefugnis ein Formular ausfüllen.

Bereich 1: Angaben zum Betriebsinhaber

Feld 1: Hier trägt der Betroffene den Namen des Betriebes inklusive Rechtsform ein, der im Handels-, Genossenschafts- oder Vereinsregister eingetragen ist.

Feld 2: Ort und Nummer des Registereintrages sind anzuführen.

Bereich 2: Angaben zur Person

Im nächsten Bereich folgen diese Angaben zur Person:

  • Zuname
  • Name
  • Geschlecht
  • Geburtsname (falls eine Namensänderung stattgefunden hat)
  • Geburtsdatum
  • Geburtsort und Land
  • Staatsangehörigkeit: Hier gibt es ein Kästchen für „deutsch“ und genügend Platz, um eine andere Staatsangehörigkeit einzutragen.
  • Wohnadresse: Die Wohnanschrift ist verpflichtend anzugeben, die E-Mail-Adresse freiwillig.
  • Telefonnummer
  • Telefax

Merke: Handelt es sich beim Gewerbebetrieb um eine juristische Person, sind unter den Angaben zur Person jene des gesetzlichen Vertreters anzuführen.

Bereich 3: Angaben zum Betrieb

Feld 10: Hier geben Gewerbetreibende, die eine Personengesellschaft (zum Beispiel OHG, KG) führen, die Zahl der geschäftsführenden Gesellschafter an. Bei einer juristischen Person ist die Zahl der gesetzlichen Vertreter hinzuschreiben. Ansonsten bleibt das Feld frei.

Feld 11: Bei einer inländischen AG, einer Zweigniederlassung oder unselbstständigen Zweigstelle ist der Name des Vertretungsberechtigten bzw. Betriebsleiters anzugeben.

Die Felder 12 bis 14 sind den Anschriften für Betriebsstätte, Hauptniederlassung oder frühere Betriebsstätte vorbehalten.

Feld 15: Hier muss der Betroffene genau beschreiben, welche Tätigkeit er ausübt, zum Beispiel: Möbelherstellung, Elektroinstallationen, Einzelhandel mit Lebensmitteln etc. Werden im Gewerbebetrieb mehrere Tätigkeiten betrieben, ist der Schwerpunkt durch Unterstreichen oder Verwenden von Großbuchstaben hervorzuheben. Achtung: Das Unterstreichen ist nur im ausgedruckten Formular möglich.

Feld 16: In diesem Feld ist die Frage, ob das Gewerbe als Nebenerwerb geführt wird, mit einem Kreuz für „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten.

Feld 17: Hier muss der Gewerbetreibende jenen Zeitpunkt eintragen, an dem er mit der Tätigkeit begonnen hat.

Feld 18: Unter Betriebsart ordnet der Betroffene sein Gewerbe mindestens einer dieser vier Optionen zu:

  1. Industrie: Wer beispielsweise Waren produziert oder ein Warenlager betreibt, kreuzt den Raster „Industrie“ an.
  2. Handwerk: Möchte der Betroffene einen Handwerksbetrieb führen, wählt er den Betriebsschwerpunkt „Handwerk“.
  3. Handel: Der Raster „Handel“ ist dann anzukreuzen, wenn der Unternehmensgründer einen Einzel- oder Großhandel betreibt oder eine Handelsvermittlung ausübt.
  4. Sonstiges: Diese Option kommt dann zur Anwendung, wenn sich die gewerbliche Tätigkeit weder der Industrie noch dem Handwerk oder Handel zuordnen lässt. Unter „Sonstiges“ fallen vor allem Dienstleistungsunternehmen.

Feld 19: Hier ist die Anzahl jener Personen zu nennen, die im Gewerbebetrieb in Vollzeit und/oder Teilzeit arbeiten. Beschäftigt der Gewerbetreibende keine Mitarbeiter, ist der Raster „keine“ anzukreuzen.

Felder 20 bis 22: Betriebsform, für die die Anmeldung erstattet wird

Hier kreuzt der Betroffene eine dieser fünf Betriebsformen an:

  1. Hauptniederlassung: Eine Hauptniederlassung liegt dann vor, wenn der Betrieb keine andere Zweigstelle besitzt oder wenn es zwar eine weitere Zweigstelle gibt, die wichtigen Entscheidungen aber in der Hauptniederlassung fallen.
  2. Zweigniederlassung: Erfolgt die Anmeldung für eine Zweigniederlassung, das heißt für eine Außenstelle, die selbst Entscheidungen fällt und eine eigenständige Buchhaltung führt, ist dieser Raster anzukreuzen.
  3. unselbstständige Zweigstelle: eine Betriebsstelle der Hauptniederlassung
  4. Reisegewerbe nach § 55c Gewerbeordnung
  5. Automatenaufstellungsgewerbe

Felder 23 und 24: In diesem Bereich muss der Betroffene angeben, ob er den anzumeldenden Gewerbebetrieb neu errichtet oder übernommen hat. Unter den Schlagworten Neuerrichtung/Übernahme kreuzt der Gewerbetreibende den zutreffenden Anmeldegrund an:

  • Neugründung
  • Wechsel der Rechtsform
  • Gesellschaftereintritt
  • Wiedereröffnung nach Verlegung aus einem anderen Meldebezirk
  • Gründung nach Umwandlungsgesetz (z. B. Verschmelzung oder Spaltung)
  • Erbfolge/Kauf/Pacht

Bereich 4: Erlaubnis, Handwerksrolle und Aufenthaltsgenehmigung

Die Felder 28 bis 31 betreffen Unternehmensgründer, die eine spezielle Erlaubnis benötigen, einen Handwerksbetrieb eröffnen oder Ausländer sind:

  • Erlaubnis
    Falls eine Erlaubnis vorliegt, kreuzt der Betroffene „Ja“ an und trägt das Ausstellungsdatum sowie die Behörde ein, die die Erlaubnis ausgestellt hat.
  • Handwerkskarte
    Angehende Betreiber von Handwerksbetrieben beantworten die Frage nach der Handwerkskarte. Sie führen das Ausstellungsdatum der Handwerkskarte und der zuständigen Handwerkskammer namentlich an.
  • Aufenthaltsgenehmigung
    Ausländer müssen die Frage beantworten, ob eine Aufenthaltsgenehmigung vorliegt und allenfalls das Datum und die Behörde nennen, die diese Genehmigung ausgestellt hat. Außerdem müssen sie angeben, ob die Aufenthaltsgenehmigung Auflagen oder Beschränkungen vorsieht. Wenn dies der Fall ist, sind dieselben anzugeben.

Bereich 5: Datum und Unterschrift

Abschließend setzt der Existenzgründer das Datum ein und bestätigt seine Angaben mit einer Unterschrift.

Merke: Die Abgabe einer Gewerbeanzeige bedeutet nicht, dass der Betroffene sofort mit der gewerblichen Tätigkeit starten darf, falls noch eine Erlaubnis ausständig ist oder die Eintragung in die Handwerksrolle fehlt. Wer trotz fehlender Genehmigung das Gewerbe betreibt, muss mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe rechnen. Die Gewerbeanmeldung kann die Einholung einer Genehmigung zur Errichtung der Betriebsstätte, wie sie das Planungs- und Baurecht vorsieht, nicht ersetzen.

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Freiberufler, selbstständiger Unternehmer und bereits seit über zehn Jahren erfolgreich selbstständig.