Gewerbeanmeldung

Gewerbeanmeldung: Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit4 min Lesezeit

Die Gewerbeanmeldung erfolgt beim zuständigen Ordnungs- oder Gewerbeamt. Hierfür füllen die Betroffenen das Antragsformular Gewerbeanmeldung aus und legen die notwendigen Unterlagen vor. Außerdem sind die verrechneten Gebühren zu bezahlen.

20. Mai 2019 3 min Lesezeit

Gewerbeanmeldung: Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit4 min Lesezeit

Steht der Entschluss fest, ein Gewerbe zu betreiben, muss sich der Betroffene um die Formalitäten kümmern. Zunächst ist abzuklären, welche amtliche Stelle die Gewerbeanmeldung vornehmen kann. Außerdem müssen Selbstständige, die ein Gewerbe anmelden, die notwendigen Antragsformulare besorgen und die erforderlichen Unterlagen zusammentragen. Wer sich auf die Gewerbeanmeldung vorbereiten möchte, unternimmt diese vier Schritte:

  1. Zuständige Stelle kontaktieren
  2. Antragsformular Gewerbeanmeldung beschaffen und ausfüllen
  3. Erforderliche Dokumente bereithalten
  4. Über die Gebühren informieren

Bei der Gewerbeanmeldung muss der Betroffene das ausgefüllte Antragsformular abgeben, die erforderlichen Dokumente vorlegen und die Gebühren entrichten.

Schritt 1: Zuständige Stellen: Ordnungs- oder Gewerbeamt

Wer ein Gewerbe anmelden möchte, wendet sich an das Ordnungs- oder Gewerbeamt der Stadt oder Gemeinde, in der sich der Sitz des Gewerbebetriebes befindet. Möchte der Betroffene eine Zweigniederlassung gründen oder eine unselbstständige Betriebsstätte eröffnen, erfolgt die Gewerbeanmeldung ebenfalls beim zuständigen Gewerbeamt. Bei der Gewerbeanzeige muss der Gewerbetreibende die Art seiner Tätigkeit genau benennen und anzeigen, ob er das Gewerbe hauptberuflich oder nebenberuflich ausübt.

  • Beispiel 1: Hamburg
    In Hamburg können Gewerbetreibende das Gewerbe im Service-Center der Handelskammer Hamburg (HK Hamburg), bei der Handwerkskammer oder bei jenem Bezirksamt anmelden, das für den Sitz des Gewerbebetriebes zuständig ist. Eine Online-Anmeldung des Gewerbes funktioniert über den EAP (Einheitlichen Ansprechpartner).
  • Beispiel 2: Berlin
    Das Stadtportal Berlin verweist für die Gewerbeanmeldung an das Ordnungsamt des Bezirks, in dem der Gewerbebetrieb liegt. Die zuständigen Stellen wie beispielsweise das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf sind angeführt. Betroffene können direkt über das Stadtportal Berlin einen Termin beim zuständigen Gewerbeamt buchen.
  • Beispiel 3: Bayern
    Der Freistaat Bayern führt unter den zuständigen Stellen die jeweiligen Gemeinden, Industrie- und Handelkammern sowie die Handwerkskammer auf. Interessierte können auf der Homepage den betreffenden Ort eingeben, um die Kontaktinformationen des zuständigen Gewerbeamtes herauszufinden.

Schritt 2: Antragsformular für die Gewerbeanmeldung beschaffen

Für die Gewerbeanmeldung ist ein spezielles Formular auszufüllen, das der Selbstständige entweder elektronisch oder in Papierform beim zuständigen Gewerbeamt einreichen kann. Dieses Gewerbeanmeldungsformular gibt es als Online-Dokument mit Ausfüllhilfe und als PDF-Datei.

Schritt 3: Checkliste Unterlagen für die Gewerbeanmeldung

Bei der Gewerbeanmeldung sind neben dem Antragsformular einige Dokumente vorzulegen.

  • Personalausweis oder Reisepass in Kopie: Das Gewerbeamt benötigt eine Kopie des Personalausweises oder Reisepasses. Gewerbetreibende müssen die Gewerbeanmeldung nicht persönlich vornehmen. Sie können eine dritte Person damit beauftragen, die sich ausweisen und eine auf sie ausgestellte Vollmacht mitbringen muss.
  • Meldebescheinigung: Der Gewerbetreibende sollte außerdem die Meldebescheinigung bei sich haben.
  • Personengesellschaften: Handelt es sich beim Gewerbebetrieb um eine Personengesellschaft wie GbR, OHG oder KG, hat jeder Gesellschafter eine Gewerbeanmeldung durchzuführen. Im Falle einer GmbH übernimmt dies der Geschäftsführer.
  • Gesellschaftsvertrag und Handelsregisterauszug: Wird die gewerbliche Tätigkeit in Form einer Kapitalgesellschaft ausgeübt, sind bei der Gewerbeanmeldung der Handelsregisterauszug und der Gesellschaftsvertrag (notarielle Beglaubigung) vorzulegen.
  • polizeiliches/amtliches Führungszeugnis: Ein polizeiliches/amtliches Führungszeugnis ist bei einem Gewerbe, das zusätzliche Nachweise oder Genehmigungen erfordert, verpflichtend. Dies gilt für genehmigungspflichtige und überwachungsbedürftige Gewerbebetriebe. Tipp: Betroffene Personen können die Ausstellung eines amtlichen Führungszeugnisses persönlich oder schriftlich beim Bundesamt für Justiz in Bonn beantragen. Alternativ ist eine Antragstellung über das Online-Portal des Bundesamts für Justiz möglich.
  • Gewerbezentralregisterauszug: Bei einem erlaubnispflichtigen oder überwachungsbedürftigen Gewerbe muss der Betroffene außerdem seine persönliche Zuverlässigkeit nachweisen, indem er einen Gewerbezentralregisterauszug vorweist. Gegebenenfalls kann der Gewerbetreibende den Zuverlässigkeitsnachweis ersetzen, indem er eine Versicherung an Eides statt leistet oder eine ähnliche Maßnahme ergreift. Tipp: Den Antrag auf Ausstellung eines Gewerbezentralregisterauszuges können Betroffene bei der zuständigen Behörde einbringen (persönlich oder schriftlich) oder über das Online-Portal des Bundesamts für Justiz stellen.
  • Ausländische Staatsbürger: Möchten ausländische Staatsbürger ein Gewerbe betreiben, müssen sie über eine Aufenthaltsgenehmigung verfügen, die die Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit gestattet. Ausländer müssen einen Zuverlässigkeitsnachweis aus dem Heimatland in Form einer beglaubigten Kopie und einer beglaubigten deutschen Übersetzung mitbringen. Dies kann beispielsweise ein amtliches Führungszeugnis, ein Strafregisterauszug oder ein Gewerbezentralregisterauszug sein.
  • Vollmacht oder Genehmigung des Vormundschaftsgerichts: Ist die Person, die das Gewerbe ausüben möchte, minderjährig, benötigt sie eine Vollmacht oder eine Genehmigung des Vormundschaftsgerichts.
  • Gaststättenkonzession und Handwerkskarte: Wurde die Gewerbeanmeldung vorgenommen, bedeutet dies nicht automatisch, dass der Gewerbetreibende seine Tätigkeit sofort aufnehmen darf. Handelt es sich um ein erlaubnispflichtiges Gewerbe, muss der Betroffene erst die notwendige Erlaubnis einholen, bevor er starten kann. Dies betrifft beispielsweise das Gastgewerbe (Gaststättenkonzession) und Handwerksbetriebe (Eintragung in die Handwerksrolle).

Schritt 4: Über die Gebühren informieren

Wer sich auf die Gewerbeanmeldung vorbereitet, informiert sich über die damit verbundenen Gebühren. Es können sich für diese Formalitäten Kosten ergeben:

  • Gewerbeanmeldung (Gewerbeschein)
  • amtliches Führungszeugnis
  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister
  • Handwerkskarte
  • Gaststättenkonzession

Wie hoch die Gebühren tatsächlich ausfallen, richtet sich nach der Art des Gewerbes und der Region, in der sich der Betrieb befindet.

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Freiberufler, selbstständiger Unternehmer und bereits seit über zehn Jahren erfolgreich selbstständig.