Gewerbeanmeldung

Gewerbeanmeldung: So machen Sie beim Start in die Selbstständigkeit alles richtig4 min Lesezeit

Wer sich hauptberuflich oder im Nebenerwerb selbstständig machen möchte, muss sich mit dem Thema Gewerbeanmeldung auseinandersetzen. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Existenzgründer und Selbstständige ein Gewerbe anmelden muss.

23. Mai 2019 3 min Lesezeit
Kleinunternehmer

Gewerbeanmeldung: So machen Sie beim Start in die Selbstständigkeit alles richtig4 min Lesezeit

Gewerbeanmeldung: Wann ist sie erforderlich?

Die Antwort auf die Frage „Wann ist eine Gewerbeanmeldung erforderlich?“ richtet sich danach, ob eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt. Es gibt einige Kriterien, die darüber entscheiden, ob ein Selbstständiger als Gewerbetreibender einzustufen ist. Erfüllen Existenzgründer diese Eigenschaften, müssen sie eine Gewerbeanmeldung durchführen. Im Gegensatz zu Gewerbetreibenden zeigen Freiberufler ihre Tätigkeit nicht beim Gewerbeamt an. Es gibt einige Berufsgruppen, die zu den Freiberuflern zählen (z. B. Ärzte). Allerdings ist die Abgrenzung zwischen gewerblicher und freiberuflicher Tätigkeit nicht immer leicht zu treffen, besonders bei Mischberufen.

Gewerbeanmeldung: Zeitpunkt, Vorgehensweise und Kosten

Gewerbetreibende müssen spätestens mit dem Beginn der gewerblichen Tätigkeit die Gewerbeanmeldung durchführen. Idealerweise melden sie das Gewerbe bereits frühzeitig an. Im Vorfeld der Gewerbeanmeldung sind wichtige Punkte wie die zuständige Anmeldestelle, das passende Antragsformular, die erforderlichen Unterlagen und anfallende Gebühren zu klären, um die richtige Vorgehensweise bei der Gewerbeanmeldung zu gewährleisten. Die Kosten für die Gewerbeanmeldung legt das örtlich zuständige Gewerbeamt individuell fest. Es lässt sich daher nicht pauschal sagen, wie viel ein Gewerbeschein kostet.

Formular zur Gewerbeanmeldung ausfüllen und Gewerbeschein erhalten

Hat der Betroffene die Gewerbeanmeldung durchgeführt, erhält er als offizielle Bestätigung einen Gewerbeschein. Davor muss der angehende Gewerbetreibende das Formular zur Gewerbeanmeldung ausfüllen und dem zuständigen Gewerbeamt die erforderlichen Dokumente vorlegen. Es handelt sich insbesondere um Angaben zur eigenen Person, zum Gewerbebetrieb und der ausgeübten Tätigkeit.

Eine Gewerbeanmeldung kann persönlich und schriftlich erfolgen. Bei einigen Gewerbeämtern kann eine Gewerbeanmeldung online durchgeführt werden. Die Gewerbeämter leiten die Gewerbeanzeigen an bestimmte Stellen weiter. Das bedeutet, dass einige Behörden über die Gewerbeanmeldung automatisch informiert werden.

Zusätzliche Voraussetzungen: Fachkundenachweis, Erlaubnis und Zuverlässigkeit

Bei manchen Gewerbearten müssen die Betroffenen nicht nur das Formular zur Gewerbeanmeldung ausfüllen, sondern auch einen Fachkundenachweis erbringen. Wann ein solcher Fachkundenachweis nötig ist und wie ihn Gewerbetreibende erhalten, wissen die zuständigen Industrie- und Handelskammern bzw. die Handwerkskammern.

Die Gewerbeanmeldung ist kein Freibrief für den Betrieb des Gewerbes. Fällt das Unternehmen in die Gruppe der genehmigungs- und erlaubnispflichtigen Gewerbe, muss der Gewerbetreibende die Erlaubnis der zuständigen Behörde einholen. Bei den sogenannten überwachungsbedürftigen Gewerben verlangt die Behörde einen Nachweis über die Zuverlässigkeit des Betroffenen.

Gewerbeanmeldung: Fehler, Rechtsform, Nebengewerbe, Kleinunternehmer und Scheinselbstständigkeit

Der Gewerbeanzeige sollten sorgfältige Überlegungen und eine gute Vorbereitung vorausgehen. Es ist wichtig, dass Existenzgründer die typischen Fehlerquellen bei der Gewerbeanmeldung kennen und wissen, wie man sie verhindert. Als kritischer Punkt gilt beispielsweise die Wahl einer Rechtsform, die sich für den Betroffenen und seinen Gewerbebetrieb eignet. Bei der Gewerbeanmeldung ist außerdem anzugeben, ob der Existenzgründer die gewerbliche Tätigkeit im Nebenerwerb ausübt oder nicht. Gewerbetreibende sollten in diesem Zusammenhang die Kriterien für ein nebenberufliches Gewerbe kennen. Wer sein Gewerbe als Kleinunternehmer führen möchte, muss spezielle Umsatzgrenzen einhalten und darf im Gegenzug die sogenannte Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Gewerbetreibende sollten auch die Kriterien für die berufliche Selbstständigkeit prüfen und einhalten, um nicht in die Falle der Scheinselbstständigkeit zu tappen.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Existenzgründer, die ein Gewerbe ausüben, müssen nicht nur das Gewerbe-Anmeldeformular für das Gewerbeamt, sondern auch den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beim Finanzamt abgeben. Es gibt einige Hilfestellungen, wie Gewerbetreibende diesen steuerlichen Erfassungsbogen richtig ausfüllen. Im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung müssen sie unter anderem den voraussichtlichen Gewinn einschätzen. Diese Gewinnprognose erfordert eine realistische Einschätzung, um zu hohe Vorauszahlungen und unerwartete Nachzahlungen zu vermeiden.

Nach Überprüfung der Angaben im steuerlichen Erfassungsbogen stellt das Finanzamt dem Betroffenen eine Steuernummer aus. Im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung können Gewerbetreibende eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen, sofern sie eine solche benötigen. Diese USt-IdNr. wird nicht automatisch mit der Gewerbeanmeldung erteilt, sondern nur auf Antrag.

Gewerbesteuer und weitere Pflichten nach der Gewerbeanmeldung

Alle Personen, die ein Gewerbe anmelden, sind auch gewerbesteuerpflichtig. Dennoch zahlt nicht jeder, der eine Gewerbeanmeldung durchführt, Gewerbesteuer, weil es gesetzliche Freibeträge gibt. Die Gewerbesteuer bemisst sich nach dem Gewerbeertrag und dem Hebesatz, den die jeweilige Gemeinde individuell festlegt. Sie begründet die Verpflichtung, eine Gewerbesteuererklärung einzureichen und Vorauszahlungen zu leisten.

Unabhängig davon kommen auf Selbstständige, die ein Gewerbe anmelden, weitere Pflichten zu. Sie müssen nach der Gewerbeanmeldung zusätzliche Formalitäten erledigen wie beispielsweise das Ausstellen von Rechnungen und die Buchführung. Außerdem sind die Themen Umsatzsteuer, Vorsteuerabzug und Umsatzsteuer-Voranmeldungen zu berücksichtigen.

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Freiberufler, selbstständiger Unternehmer und bereits seit über zehn Jahren erfolgreich selbstständig.