Gewerbeanmeldung

Gewerbesteuerpflicht nach der Gewerbeanmeldung: Wer muss zahlen?2 min Lesezeit

Mit der erfolgten Gewerbeanmeldung drängt sich die Frage nach der Gewerbesteuer auf. Es ist abzuklären, welche Selbstständigen gewerbesteuerpflichtig sind. In bestimmten Fällen gelten Freibeträge, die den Gewerbeertrag schmälern und die Verpflichtung zur Zahlung der Gewerbesteuer ausschließen können.

13. Mai 2019 2 min Lesezeit

Gewerbesteuerpflicht nach der Gewerbeanmeldung: Wer muss zahlen?2 min Lesezeit

Die Gewerbeanmeldung löst grundsätzlich eine Gewerbesteuerpflicht aus. Allerdings gibt es für Einzelunternehmer und Personengesellschaften Freibeträge. Beträgt bei diesen Gewerbebetrieben der Gewerbeertrag nicht mehr als 24.500 Euro pro Jahr, müssen sie keine Gewerbesteuer zahlen.

Wer ist gewerbesteuerpflichtig?

Grundsätzlich muss jeder Selbstständige, der in Deutschland einen Gewerbebetrieb betreibt, Gewerbesteuer entrichten. Dies betrifft jedes gewerbliche Unternehmen laut § 15 Absatz 2 EStG sowie Kapitalgesellschaften (beispielsweise GmbH und AG), die kraft Rechtsform als Gewerbebetrieb gelten. Das bedeutet, dass jede natürliche oder juristische Person, die ein Gewerbe anmeldet, grundsätzlich auch gewerbesteuerpflichtig ist.

Einzelunternehmer und Personengesellschaften

Bei Personenunternehmen schuldet jene Person die Gewerbesteuer, auf deren Rechnung der Betrieb geführt wird, das heißt der Unternehmer selbst. Einzelunternehmer und Personengesellschaften sind gewerbesteuerpflichtig, sobald sie alle Vorgaben für die Ausübung eines Gewerbebetriebes erfüllen. Im Regelfall ist dies der Zeitpunkt der Gewerbeanmeldung, der gleichzeitig die Gewerbesteuerpflicht begründet.

Kapitalgesellschaften

Handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, muss die Gesellschaft die Steuerschuld tragen. In diesem Fall beginnt die Gewerbesteuerpflicht ab der Eintragung im Handelsregister.

Gewerbeertrag als Grundlage für die Besteuerung

Um festzustellen, ob und in welcher Höhe Gewerbetreibende eine Gewerbesteuer abführen müssen, ist der Gewerbeertrag zu ermitteln. Diese Berechnung erfolgt – vereinfacht dargestellt – in diesen drei Schritten:

  1. Schritt: Gewinn aus dem Gewerbebetrieb ermitteln (§ 7 GewStG)
  2. Schritt: Gewerbeertrag und sogenannte Hinzurechnungen (§ 8 GewStG) zusammenrechnen
  3. Schritt: Von diesem Zwischenbetrag (= Gewinn plus Hinzurechnungen) Kürzungen abziehen (§ 9 GewStG)

Aus diesen drei Rechenschritten ergibt sich der Gewerbeertrag (§ 10 GewStG).

Freibeträge berücksichtigen und vom Gewerbeertrag abziehen

Die Frage, ob tatsächlich eine Gewerbesteuer zu entrichten ist, lässt sich anhand der Freibeträge beantworten, die je nach Rechtsform variieren. Um den Steuermessbetrag zu berechnen, sind diese Schritte zu setzen:

  1. Schritt: Gewerbeertrag auf volle einhundert Euro abrunden
  2. Schritt: Von diesem abgerundeten Betrag die Freibeträge abziehen ( § 11 Absatz 1 Satz 3 Gewerbesteuergesetz)

Teilweise Steuerbefreiung für Einzelunternehmer, Personengesellschaften und Vereine

Es gelten je nach Rechtsform unterschiedliche Freibeträge, um die der berechnete Gewerbeertrag zu kürzen ist:

  • Einzelunternehmer (natürliche Personen) und Personengesellschaften
    Der Gesetzgeber räumt natürlichen Personen und Personengesellschaften (zum Beispiel OHG und KG) einen Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro ein. Dieser Freibetrag zur Gewerbesteuer ist vom Gewerbeertrag abzuziehen.
    Merke: Demnach müssen Einzelunternehmer und Personengesellschaften keine Gewerbesteuer zahlen, wenn der Gewerbeertrag pro Jahr 24.500 Euro nicht übersteigt. Bis zu diesem Freibetrag entfällt somit die Steuerpflicht.
  • Sonstige juristische Personen wie Vereine
    Für Vereine, die einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb führen, liegt der steuerliche Freibetrag bei 5.000 Euro. Sie müssen nur dann eine Gewerbesteuer zahlen, wenn der Gewerbeertrag den Freibetrag überschreitet.
  • Kapitalgesellschaften
    Kapitalgesellschaften (beispielsweise GmbH und AG) gesteht der Gesetzgeber keinen Freibetrag zu. Demnach dient der Gewerbeertrag als Grundlage für die Gewerbesteuer.

Bei Gewerbesteuerpflicht: Steuermessbetrag x Hebesatz = Gewerbesteuer

Der so ermittelte Gewerbeertrag ist mit einer einheitlichen Steuermesszahl (3,5 Prozent) zu multiplizieren, die der Gesetzgeber normiert hat. Daraus ergibt sich der Steuermessbetrag. Die Höhe der Gewerbesteuer berechnet man, indem man den Steuermessbetrag mit dem individuellen Gewerbesteuerhebesatz der jeweiligen Gemeinde multipliziert.

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Freiberufler, selbstständiger Unternehmer und bereits seit über zehn Jahren erfolgreich selbstständig.