Gewerbeanmeldung

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: So erhalten Sie nach der Gewerbeanmeldung die USt-ID2 min Lesezeit

Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erhalten Unternehmensgründer nicht automatisch mit der Gewerbeanmeldung. Die Nummer ist auch als USt-ID bekannt und steht auf vielen Rechnungen – für Auslandsumsätze in der EU ist sie von entscheidender Bedeutung.

2. Mai 2019 2 min Lesezeit

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: So erhalten Sie nach der Gewerbeanmeldung die USt-ID2 min Lesezeit

Gewerbetreibende erhalten eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nicht automatisch mit der Gewerbeanmeldung. Sie können die USt-IdNr. im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beim Finanzamt beantragen. Alternativ richten Unternehmensgründer den Antrag direkt an das Bundeszentralamt für Steuern, um die Erteilung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zu beschleunigen. Für die Antragstellung fallen keine Kosten an.

Option 1: Umsatzsteuer-Identifikationsnummer im Erfassungsbogen beantragen

Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung enthält in Kapitel 7 einen eigenen Punkt zur Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Unter Punkt 7.9 des steuerlichen Erfassungsbogens können Existenzgründer, die ein Gewerbe angemeldet haben und Umsätze im EU-Ausland erzielen, eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen. In diesem Fall erfolgt die Antragstellung beim Finanzamt, indem die Betroffenen das entsprechende Feld auf dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ankreuzen. Dieser Antrag wird an das hierfür zuständige Bundeszentralamt für Steuern weitergeleitet, das die Nummer erteilt (§ 27a Abs. 1 UStG).

Option 2: USt-IdNr. direkt beim Bundeszentralamt für Steuern anfordern

Laut Handelskammer Hamburg kann es bis zu zwei Monate dauern, bis Betroffene eine beantragte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erhalten. Angehende Gewerbetreibende, die die USt-IdNr. bereits dringend benötigen, können diese per Fax (Telefax: +49-(0)228-406-3801) direkt beim Bundeszentralamt für Steuern anfordern. Sie müssen vorab ein Bestätigungsschreiben beim Finanzamt einholen. Dieses muss den Namen, die Anschrift, den Gewerbebetrieb und die aktuelle Steuernummer enthalten, auf die sich die Umsatzsteuer bezieht. Die USt-IdNr. sollte spätestens nach drei Tagen beim Betroffenen eintreffen.

Das Bundeszentralamt für Steuern nimmt auch Online-Anträge zur Ausstellung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer entgegen. Dieser Service kann zwischen 5 Uhr und 23 Uhr genutzt werden. Gewerbetreibende können das dazugehörige Formular zur Erteilung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer über das Formular-Management-System (FMS) des Bundes abrufen. Sie fügen diese Daten in das Formular ein:

  • Zuständiges Finanzamt
  • Steuernummer
  • Rechtsform des Gewerbebetriebes

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer auf dem Postweg erhalten

Das Bundeszentralamt für Steuern teilt dem Gewerbetreibenden die USt-IdNr. auf dem Postweg mit und sendet das Schreiben direkt an die Anschrift des Gewerbebetriebes. Besteht eine Vollmacht, gibt es diese Umsatzsteuer-Identifikationsnummer dem Bevollmächtigten wie beispielsweise dem Steuerberater bekannt.

Merke: Unternehmen, die mehr als ein Gewerbe ausüben, bekommen für alle Tätigkeiten nur eine einzige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.

Wann ist eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer notwendig?

Gewerbetreibende, die Waren oder Leistungen im EU-Ausland liefern oder erbringen, benötigen eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Dies gilt auch dann, wenn sie solche Waren oder Leistungen beziehen. In diesen Fällen weisen die Unternehmen auf den Rechnungen ihrer Geschäftstätigkeit die erhaltene Umsatzsteuer-Identifikationsnummer aus.

Merke: Gewerbetreibende dürfen die USt-IdNr. nur für unternehmerische Leistungen nutzen. Tätigen sie als Privatpersonen Geschäfte, können sie diese Nummer nicht verwenden. In diesem Fall unterliegen die Waren und Leistungen der ausländischen Umsatzsteuer.

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